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Fischotter Straßenquerung

Der fortschreitende Straßenverkehr stellt eine wesentliche Gefahrenquelle für den Fischotter dar. Deshalb setzt sich Wasser Otter Mensch seit vielen Jahren dafür ein, Unfallschwerpunktstellen zu entschärfen und setzt zahlreiche Projekte um, die dem Fischotter, wie auch anderen Wildtieren die Möglichkeit bieten, Verkehrswege gefahrlos zu passieren bzw. zu unterqueren.

Tunnel mit Otterberme bei Engelau

2007 wurde bei Kartierungsarbeiten von WOM e.V. an der ottertunnel_engelau_neuMündung der Moorsaalsweide in die Kossau Otterlosung gefunden. Dabei wurde der enge Rohrdurchlass unter der stark befahrenen B 430 als Gefahrenquelle für den Fischotter identifiziert. Deshalb plante WOM e.V. den Bau eines Trockentunnels.

Die Durchgängigkeit des Gewässers zu verbessern bzw. wiederherzustellen ist auch Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie, und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein wollte den bestehenden Rohrdurchlass ohnehin durch einen größeren Durchlass ersetzen. Nach einem Starkregen 2002, der zu erheblichen Überschwemmungen führte, hatte auch der zuständige Gewässerunterhaltungsverband Kossau großes Interesse an einer hydraulischen Verbesserung. Gemeinsam entschieden sich die verschiedenen Interessengruppen für einen größeren Rechteckdurchlass, der die Durchgängigkeit des Gewässers gewährleistet und auch in Hochwassersituationen vor Überschwemmungen schützt. In den Tunnel wurde eine Otterberme integriert. Tunnel bzw. Berme ermöglichen dem Fischotter, wie auch anderen Wildtieren, wie Maus, Hase, Fuchs und Rehwild, die Straße gefahrlos zu unterqueren. In das Bauwerk wurde ein Sohlsubstrat eingearbeitet, das auch Kleinstlebewesen das Durchwandern erlaubt und Fischen den Aufstieg von der Kossau in die Moorsaalsweide ermöglicht. Daneben wurde das Bauwerk durch eine Leitzäunung ergänzt, welche die Wildtiere zum Bauwerk führt.

Das Kooperationsprojekt konnte im Oktober 2009 erfolgreich abgeschlossen werden. Ein positiver Otternachweis wurde noch im selben Jahr gefunden.

Trockentunnel bei Bösdorf

ottertunnel_boesdorf_2ottertunnel_boesdorf

Im Rahmen einer Kartierung stellte Wasser Otter Mensch bereits 2000 fest, dass die Region entlang der Schwentine sehr gut als Lebensraum für den Fischotter geeignet ist. Gleichzeitig wurde der Landwechsel zwischen den Gewässern Suhrer See und Vierersee über die B 76 bei Bösdorf als Gefahrenquelle ausgemacht und eine Entschärfung durch einen Ottertunnel mit Leitzäunung empfohlen.

Als an dieser Stelle 2002-2003 innerhalb weniger Monate zwei Fischotter überfahren wurden, initiierte WOM e.V. mit weiteren Partnern den Bau eines Trockentunnels, der Anfang 2004 abgeschlossen werden konnte. Der Trockentunnel, eine etwa 20 m lange und 80 cm breite Stahlröhre, wurde in 2 m Tiefe unter der Bundesstraße durchgepresst. Angrenzend an das Bauwerk wurde eine Leitzäunung errichtet.

Auch dieser Tunnel wurde (nicht nur durch ausgestopfte Exemplare) bereits kurz nach der Fertigstellung vom Fischotter angenommen.

Schwimmberme in Plön

schwimmberme_ploen2008 konnte Wasser Otter Mensch in Zusammenarbeit mit dem Natur- und Umweltschutzzentrum Hohner See einen weiteren Gefahrenpunkt entschärfen, diesmal mitten in Plön. Die Straßenbrücke über den Stadtgraben ist für den Fischotter ein Wanderhindernis. Da in diesem Bereich eine feste Berme ein Abflusshindernis dargestellt hätte, wurde eine Schwimmberme bevorzugt. Vorteil einer solchen Berme ist, dass sie bei steigendem Wasserstand aufschwimmt und so den Brückenquerschnitt nicht verkleinert. Nach Erkenntnissen aus der Eider-Treene-Sorge Niederung bauten die "Schwentine Ranger" eine Schwimmberme und installierten diese unter der Brücke.

Otterberme bei Kesdorf

otterberme_kesdorf2001 ersetzte die Gemeinde Süsel die baufällige Brücke über der Schwartau bei Kesdorf durch ein neues Brückenbauwerk. Als ergänzende Maßnahme initiierte Wasser Otter Mensch den Einbau einer Otterberme, hier in einfacher Steinschüttung, die es dem Fischotter und anderen Wildtieren ermöglicht, die Brücke trockenen Fußes zu unterqueren.

Positive Nachweise zeigen, dass die Berme häufig vom Fischotter genutzt wird.

Otterberme bei Pönitz

In Fließrichtung links wurden Steine mit einem Durchmesser von 20-30cm eingebaut. Bei Hochwasser werden die Steine überspült, so dass für die Wasserableitung das ganze Profil zur Verfügung steht. Außerhalb von Hochwassersituationen kann der Fischotter die Steine als Querungshilfe nutzen. Zwei weiteren Brücken über die Schwartau, bei denen das Widerlager bis in das Wasser hineinragt, wurden nachgerüstet und einfache Steinschüttungen eingebracht. Steinschüttungen lassen sich relativ problemlos und kostengünstig realisieren. Der Einbau kann ehrenamtlich erfolgen und/oder durch Maßnahmen der Arbeitsagentur unterstützt werden. Auch diese Bermen werden gerne von Ottern angenommen.

Otterberme bei Schwartau

otterberme_badschwartauAuch hier wurden Steine eingebracht. Wegen der Breite und Tiefe der Schwartau an dieser Stelle war der Arbeitsumfang und Materialbedarf vergleichsweise hoch. Die Steine wurden vom Bauhof der Stadt Bad Schwartau zur Verfügung gestellt. Ausgeführt wurden die Arbeiten vom Landschaftspflegehof Holsteinische Schweiz.

 

 

 

Die Projekte wurden gefördert durch:

  • Heinz Sielmann Stiftung
  • Landwirtschaftskammer SH
  • Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
  • Umweltministerium Schleswig-Holstein
  • Untere Naturschutzbehörde des Kreises Plön
  • Leader+
  • BINGO Umweltlotterie
  • Sparkassenstiftung Ostholstein, Eutin
  • Wasser & Leben
  • EinzelspenderInnen

 

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